Frequently Asked Questions

Auch wenn Menschen mit geringem Einkommen alte Autos fahren und in alten Wohnungen leben, sind sie trotzdem für deutlich unterdurchschnittliche Emissionen verantwortlich. So sind ihre Autos und Wohnungen kleiner, sie nutzen häufiger öffentliche Verkehrsmittel, leben in Mehrfamilienhäusern und machen keine Fernreisen. Dies wird stellenweise verzerrt wahrgenommen. Das Umweltbundesamt schrieb 2016 dazu: „Daher haben Menschen mit hohem Umweltbewusstsein laut Studie nicht zwangsläufig eine gute persönliche Ökobilanz. Menschen aus einfacheren Milieus, die sich selbst am wenigsten sparsam beim Ressourcenschutz einschätzen und die ein eher geringeres Umweltbewusstsein haben, belasten die Umwelt hingegen am wenigsten.“

https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/wer-mehr-verdient-lebt-meist-umweltschaedlicher

Tatsächlich dürfte die Lenkungswirkung höher sein, wenn nur diejenigen die Klimaprämie erhalten würden, die dringend auf sie angewiesen sind. Allerdings müsste dafür geklärt werden, wer finanziell bedürftig ist und das Geld daher erhalten soll. Dies führt nicht nur zu Verteilungskonflikten im politischen Entscheidungsprozess, sondern auch danach zu einem erheblichen bürokratischen Aufwand. Die Klimaprämie ist der einfachste und (am schnellsten) umsetzbare Weg, mit dem der CO2-Preis so hoch angesetzt werden kann, dass er die erforderliche Lenkungswirkung entfalten kann.

Tatsächlich reicht eine hohe CO2-Steuer nicht für einen Übergang zur Klimaneutralität in der erforderlichen Geschwindigkeit. Erforderlich sind zahlreiche weitere Maßnahmen, zu denen auch die Förderung von klimaneutralen Alternativen gehört. Diese können jedoch aus anderen (staatlichen) Mitteln finanziert werden. Im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit und die Akzeptanz der CO2-Steuer in der Bevölkerung halten wir es für erforderlich, die Einnahmen einfach an die Bürger*innen auszuzahlen.

Wir sprechen von einer CO2-Steuer, weil die CO2-Bepreisung unter diesem Stichwort öffentlich diskutiert wird. Wir sind uns darüber im Klaren, dass sie teilweise über den europäischen Emissionshandel erfolgt und teilweise über nationale Regelungen, die ebenfalls zu einem Emissionshandel führen sollen. Auch beim Emissionshandel erhält der Staat jedoch aus der Versteigerung von Zertifikaten Einnahmen, die über eine Klimaprämie ausgezahlt werden können. Ein hoher Mindestpreis sollte sicherstellen, dass die Abgaben den Schäden entsprechen, die durch die Emissionen verursacht werden.

Von einer Klimaprämie profitieren alle Menschen, die weniger als der Durchschnitt emittieren. Welche Menge an Emissionen Du verursachst, kannst Du mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts herausfinden. https://uba.co2-rechner.de/de_DE/

Eine Möglichkeit ist es die CO2-Emissionen zu reduzieren und so mit der Klimaprämie ein Plus zu machen. Das können einfache Maßnahmen sein, wie saisonale und regionale Lebensmittel zu kaufen, eine Balkon- oder Hauswandsolaranlage oder mehr Radfahren als mit dem Auto.